8 Tipps, wie Sie den passenden Trainer für Ihre Mitarbeiter finden

Coach, Trainer, Berater, Experten oder ehemalige „Insider“, die ihre Erfahrungen weitergeben – wer auf der Suche nach passenden Ausbildern für seine Mitarbeiter ist, steht schnell vor der Qual der Wahl. Der Markt ist ebenso groß wie unübersichtlich. Da es so gut wie keine verbindlichen formalen Qualifikationen gibt, kann sich im Prinzip jeder „Trainer“ nennen. Viele verkaufen wohlklingende Konzepte, häufig mit ähnlichen Inhalten. Das macht es schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Wie findet man da den Richtigen? Wie kann man sicherstellen, dass die geplanten Personalentwicklungsmaßnahmen greifen? Ganz einfach: auf der Suche nach dem richtigen Trainer müssen Sie sich zuerst die richtigen Fragen stellen.

Gehen Sie systematisch vor. Wir geben Ihnen 8 Tipps, wie Sie die Auswahlkriterien festlegen, die Passgenauigkeit der Trainer checken, richtig recherchieren und so letztlich die beste Auswahl treffen.

Tipp 1: Fach- und Methodenkompetenz abfragen

Egal ob im Internet oder über persönliche Kontakte – den für Sie richtigen Trainer finden Sie nur, wenn Sie zuerst die Kriterien definiert haben, die Ihnen wichtig sind.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht in der Regel die notwendige Fachkompetenz. Klären Sie, ob der Trainer nachweislich über die Expertise verfügt, die Ihnen wichtig ist. Um das herauszufinden, müssen Sie sich anschauen, welche Karrierestationen er hinter sich und  welche Aus- und Weiterbildungen er absolviert hat.

Die Fachkompetenz ist jedoch erst die halbe Miete. Ebenso wichtig sind die didaktischen Methoden, die Trainer zur Wissensvermittlung einsetzen. Damit bei Ihren Mitarbeitern auch wirklich etwas hängenbleibt, muss der Trainer eine lebendige, praxisnahe Seminargestaltung anbieten. Fragen Sie gezielt nach, welchen Weg der Trainer wählt, um Ihre Mitarbeiter bei der Erreichung des Lernzieles zu unterstützen. Bedenken Sie jedoch: einen methodischen Königsweg gibt es nicht. Genau so wenig wie einen „richtigen“ oder „falschen“ Weg zur Wissensvermittlung. Aber er muss zwingend aufs Lernziel ausgerichtet sein. Manche Wege sind altbewährt. Andere machen sich die neuesten Erkenntnisse der Gehirnforschung zunutze. Hören Sie sich in jedem Fall an, wie der Trainer bezüglich seiner didaktischen Methoden argumentiert. Welche letztlich für Ihre Mitarbeiter am besten geeignet ist, müssen Sie individuell entscheiden.

Achten Sie auf den richtigen Mix aus Fach- und Methodenkompetenz

Ein Experte, der sein Wissen so kompliziert erklärt, dass ihm niemand folgen kann, ist genauso nutzlos wie ein didaktisch perfektes Training, das für die Seminarteilnehmer keinen Newswert oder Praxisbezug hat. Ein seriöser Trainer muss beides mitbringen:

  • umfangreiches Fachwissen und
  • die Fähigkeit, dieses praxisnah, verständlich und lebendig zu vermitteln.

Tipp 2: Authentizität und soziale Kompetenz

Nur wer für etwas brennt, kann auch bei anderen Begeisterung entfachen. Gerade Trainer sollten ihren Beruf als Berufung sehen und wirklich daran interessiert sein Menschen in ihrer Entwicklung weiterzuhelfen. Sie müssen das, was sie vermitteln wollen, authentisch kommunizieren. Denn Akzeptanz ist ein zentrales Thema in der Wissensvermittlung. Inhalte und das Know-how können noch so gut sein – wenn die Verbindung zwischen Trainer und Trainingsteilnehmern nicht stimmt, kommt nichts an.

Ob ein Trainer von Ihren Mitarbeitern akzeptiert wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Überlegen Sie, was für ein „Typ“ der Trainer sein sollte. Je nach Schulungszweck und Zielgruppe brauchen Sie vielleicht jemanden, der die Sprache der Facharbeiter spricht. Oder jemanden mit akademischer Ausbildung. Sollte es ein Mann oder eine Frau sein? Und wie alt sollte der Trainer in etwa sein? Holen Sie sich diesbezüglich auch das Feedback Ihrer Mitarbeiter.

Es gibt auch „weiche“ Faktoren, die eine Rolle spielen können. Fragen Sie sich zum Beispiel, ob der Seminarleiter eine eher sachlich-nüchterne oder eine emphatische, warmherzige Person sein sollte. Kommt eine fordernde oder fördernde Persönlichkeit bei Ihrer Zielgruppe besser an?

Welcher Trainer passt zum Team?

Am besten lernt man von Menschen, die man schätzt.
Trainer müssen in der Lage sein, Begeisterung zu wecken, Lerninhalten eine Sinnhaftigkeit zu verleihen, Bedeutung zu transportieren.
Faktoren wie Alter, Geschlecht und die Persönlichkeit des Trainers spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, einen „Draht“ zu Ihren Mitarbeitern aufzubauen und sich Akzeptanz zu verschaffen.
Diese Aspekte sollten Sie bei der Auswahl des Trainers unbedingt berücksichtigen!

Tipp 3: Reicht eine Person oder brauche ich ein Team?

In großen Unternehmen und bei einem Qualifizierungsverbund hat es sich bewährt, nicht einzelne Trainer, sondern ein Trainerteam für die Weiterbildung ins Boot zu holen. Die 49 Ausflugsziele in Niederösterreich, die ein gemeinsames Gütesiegel entwickelt haben und führen, haben beispielweise auf diese Form der Weiterbildung zurückgegriffen. In ihrem Fall liegen die Vorteile eines Trainerpools auf der Hand: Selbst bei verschiedenen Seminarinhalten reicht ein Briefing aus, um über die Ziele der Weiterbildung zu informieren. Die Briefings der einzelnen Trainer werden dann intern weitergegeben. Das erspart Ihnen einiges an Zeit.

Außerdem kann man als Auftraggeber davon ausgehen, dass verschiedene Trainer aus einem Pool den gleichen Qualitätsstandards entsprechen und eine gemeinsame Firmenphilosophie teilen. Hat sich ein Trainer bewährt, ist die Chance groß, dass auch alle anderen passen werden.

Schauen Sie sich aus diesem Grund auch die Angebote örtlicher Anbieter wie des Bfi, Wifi oder der Volkshochschulen an. Speziell Sprach- oder Grundlagenkurse im EDV- und IT-Bereich werden vor Ort oft zu günstigen Konditionen angeboten.

Welche Vorteile bieten Trainer-Netzwerke?

Wer auf einen Expertenpool an Trainern zurückgreift, erspart sich in vielen Fällen wertvolle Zeit und damit Kosten. Denn Trainer sind untereinander gut vernetzt und holen sich nur Kollegen mit an Bord, die ihr Handwerk verstehen und entsprechende Zertifizierungen vorweisen können. Außerdem bieten Trainer-Netzwerke oder Plattformen den Vorteil, dass Sie nicht jeden separat briefen müssen. Ein Briefing reicht aus, danach werden Informationen und wichtige Rückmeldungen intern weitergegeben.

Tipp 4: Richtig recherchieren im Internet

Wenn Sie die Auswahlkriterien definiert haben, geht es an die Recherche. Die Anlaufstelle Nummer 1 ist dabei heute das Internet. Hier gilt es, die richtigen Fragen zu stellen.

Wir haben die wichtigsten Keywords, die Sie bei der Suche nach passenden Trainern verwenden sollten, zusammengefasst:

Praxisbezogen: Kennt der Trainer meine Branche, mein Publikum, meine Region?
Inhouse-Schulungen: Muss ich für die Mitarbeiter einen Veranstaltungsort buchen oder führt der Trainer die Schulungen auch im Unternehmen durch?
Begleitend: Sind die Weiterbildungsmaßnahen in mehrere Blöcke unterteilt? Das ist wichtig, denn so können Ihre Mitarbeiter das Erlernte im Alltag testen und bei der nächsten Einheit konkrete Fragen klären. Außerdem garantieren mehrere kleine Lerneinheiten eine höhere Merksicherheit im Vergleich zu großen, einmaligen Seminar-Veranstaltungen. Siehe dazu Blog-Beitrag Nr. 17.
Erfahren: Vergewissern Sie sich, dass der Trainer nicht nur fachliche Erfahrung, sondern auch Erfahrung in der Wissensvermittlung mitbringt. Wie lange macht er/sie das bereits? Welche Unternehmen stehen auf seiner/ihrer Referenz-Liste als Trainer(in)?
Zeitlich unabhängig: Steht der Trainer/die Trainerin bei Bedarf auch für Wochenend-Seminare zur Verfügung?

Die oben genannten Fragen sollten auf der Website des Seminarleiters beantwortet werden. Wenn nicht, heißt es direkt nachfragen.

Im Internet gibt es viele weitere Quellen, die Einblick in die Arbeit eines Trainers geben. Recherchieren Sie auch, ob er einen gewissen Expertenstatus hat. Ist er viel unterwegs und steht er oft als Vortragender auf Bühnen? Hat er ein Buch veröffentlicht, über das berichtet wurde? Schreibt er regelmäßig Blogbeiträge? Gibt es Zeitschriftenartikel, in denen er zitiert wird bzw. in denen über ihn berichtet wurde?

All das sind Zeichen dafür, dass Sie es mit einem Branchen-Insider zu tun haben.

Tipp 5: YouTube gibt einen ersten Einblick

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Nutzen Sie sie! Viele Trainer stellen Auszüge aus ihren Seminaren als Videos zur Verfügung. Das hilft einen konkreten ersten Eindruck zu gewinnen.

Außerdem können Sie davon ausgehen, dass jemand, der eigene Videos online stellt, um die Bedeutung dieses Mediums weiß und wahrscheinlich auch in anderen Bereichen auf der Höhe der Zeit agiert. Passen Sie jedoch auf, dass solche Videos nicht zu „Zeitfressern“ für Sie werden. Zu vielen Seminaren finden Sie Videos mit einer Laufzeit von einer Stunde und mehr. Es ist nicht zwingend notwendig, sich stundenlang mit solchen Details zu beschäftigen. Wer fünf Minuten reinschaut, hat im Normalfall genügend Input für seine Entscheidungsfindung.

Warum Sie Ihren nächsten Trainer vielleicht auf YouTube finden

YouTube ist für Seminarleiter zu einer wichtigen Plattform geworden. Immer häufiger finden Sie hier hilfreiche Kurzvideos, die Coaches beim Trainieren oder Vortragen zeigen. Solche Videos vermitteln einen guten ersten Eindruck und helfen Ihnen bei der Vorauswahl. Sie bekommen ein Gefühl dafür, mit welchen Methoden der Trainer arbeitet und ob er vom Typ her zur Ihrem Team bzw. Unternehmen passt.

Tipp 6: Nutzen Sie Ihre Kontakte

Eine Empfehlung, und zwar eine persönliche, ist immer noch eines der stärksten Argumente für einen Trainer. Nutzen Sie Ihre Kontakte und holen Sie sich Tipps zu Weiterbildungsmaßnahmen. Das Netzwerk, auf das Sie dabei zurückgreifen, kann gar nicht groß genug sein. In Sachen Weiterbildung gibt es mehr Experten als Sie denken!

Gute Mitarbeiter, die neu ins Unternehmen kommen, sind eine wichtige Informationsquelle. Fragen Sie nach, wo sie sich ihr Wissen angeeignet haben. Gute Seminare und Trainings sind ihnen bestimmt in Erinnerung geblieben.

Fragen Sie auch bei Branchenkollegen nach. Restaurant- oder Hotelleiter beispielsweise organisieren regelmäßig Schulungen für ihre Mitarbeiter. In einem persönlichen Gespräch kann hier ganz offen über Erfahrungen mit verschiedenen Trainern gesprochen werden.

Lieferanten sind ebenfalls eine Informationsquelle, die Sie „anzapfen“ können. Ein Beispiel: Wenn eine IT-Firma bestimmte Serviceleistungen für Ihr Unternehmen verantwortet, ist es wahrscheinlich, dass sie auch Schulungen in diesen Bereichen durchführt. Speziell zu den Themen Datensicherung oder Mail Protection muss der Wissensstand der Mitarbeiter aktuell sein. Denn bereits das unbedachte Öffnen infizierter E-Mails bzw. Spam-Mails kann dazu führen, dass sich Ihr Unternehmen einen „Virus“ einfängt. Hier sind Tipps von Experten gefragt.

Wenn Sie erfolgreich mit einem Trainer zusammenarbeiten, kann auch er Empfehlungen für Kollegen aus einem anderen Fachbereich aussprechen.

Vertrauen Sie bei der Vorauswahl Ihrer Trainer auf persönliche Empfehlungen

Nutzen Sie Ihr Netzwerk an persönlichen Kontakten und fragen Sie ganz unterschiedliche Menschen nach Tipps. Lieferanten, neue Mitarbeiter, Branchenkollegen oder Trainer, mit denen Sie bereits gearbeitet haben, verfügen über wertvolle Kontakte und Erfahrungen, auf die Sie zugreifen sollten.

Tipp 7: Besuchen Sie Weiterbildungsmessen

Die Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten ist heute enorm. Entsprechend groß ist der Bedarf an fachkundiger Beratung. Daher haben sich in den letzten Jahren in Österreich zahlreiche Messen etabliert, die aktuelle Trends in der Bildungs- und Berufswelt aufzeigen. Die meisten fokussieren sich zwar auf die Zielgruppen Studenten und Schüler, doch der Bereich Weiterbildung wird immer wichtiger.

Die größte Bildungsmesse in Österreich ist die BeSt. Bei ihr dreht sich alles um die Schwerpunkte Beruf, Studium und Weiterbildung. Zu den rund 350 Ausstellern der BeSt in Wien zählen neben Universitäten, Kollegs, Fachhochschulen und Akademien auch private Bildungsanbieter, Sprachschulen sowie Interessensvertretungen, die für die Qualifikationen Ihrer Mitarbeiter von Interesse sein könnten. Die BeSt findet übrigens auch in Klagenfurt, Innsbruck sowie Graz und Salzburg statt.

Auf der Suche nach guten Trainern können Sie auch bei anderen Messen fündig werden. Die  BUSINESSMESSE in Graz beispielsweise ist ein B2B Event, bei dem die Aus- und Weiterbildung sowie betriebliche Gesundheitsförderung wichtige Themenschwerpunkte darstellen.

Weiterbildungsmessen zeigen aktuelle Trends auf

Aus- und Weiterbildungsmessen sind eine gute Gelegenheit um sich über aktuelle Trends in der Bildungswelt zu informieren. Seminaranbieter sind zunehmend auch auf klassischen Businessmessen und bei B2B Events präsent. Hier bekommen Sie neue Anregungen in Sachen Weiterbildung.

Tipp 8: Stellen Sie persönlichen Kontakt her

Wenn Sie zum ersten Mal mit einem Trainer zusammenarbeiten, ist über die Recherche hinaus ein persönliches Gespräch ratsam. Laden Sie den Seminarleiter in Ihr Unternehmen ein. Sie bekommen ein deutliches klareres Bild von seiner Person und Arbeitsweise. Auch über konkrete Erwartungen lässt sich bei einem persönlichen Treffen besser sprechen. Den Termin können Sie außerdem nutzen um Einblick in die Lernunterlagen zu nehmen, die angeboten werden. Sind diese gut aufbereitet, werden sie den Lernerfolg Ihres Teams langfristig sichern. Der Trainer wiederrum verschafft sich einen wichtigen ersten Eindruck vom Unternehmen und den herrschenden Rahmenbedingungen.

Fragen Sie nach, ob die Möglichkeit eines Kennenlerntrainings besteht. Speziell bei größeren Qualifizierungsprojekten bzw. wenn Sie zwischen mehreren interessanten Kandidaten wählen müssen, sollten Sie auf diese Option zurückgreifen. Laden Sie zu diesem Probetraining neben Angehörigen der Zielgruppe auch (Mit-)Entscheider ein, zum Beispiel Mitarbeiter der HR-Abteilung oder Vorgesetzte. Gemeinsam lässt sich die Entscheidung leichter treffen.

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit dem Trainer

Ein persönliches Treffen hilft beiden Seiten die Erwartungshaltung einzuschätzen und ein Gefühl dafür zu kriegen, ob die zwischenmenschliche Ebene zwischen Trainer und Team passt. Fragen Sie nach, ob ein Kennenlerntraining möglich ist. Falls ja, laden Sie dazu auch den Abteilungsleiter und Mitarbeiter der HR-Abteilung ein.

2018-11-06T11:41:49+00:00

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